Permanent vernetzt. Zur Theorie und Geschichte der Mediatisierung – Ein Gastbeitrag von Thomas Steinmaurer

August 24, 2016 7:32 am Veröffentlicht von Schreibe einen Kommentar

Als ein Ergebnis der sich dynamisch entwickelnden Prozesse der Mediatisierung befinden wir uns in der digitalen Gesellschaft von heute zunehmend im Zustand der digitalen Dauervernetzung.

In dieser Publikation wird der Versuch gemacht, zum einen die entlang der Geschichte sich verdichtende Verschränkung von Kommunikationstechnologie und Gesellschaft nachzuzeichnen und zum anderen die aktuell sich daraus ergebenden Zuspitzungen als einen Prozess der Mediatisierung zu beschreiben. Solchermaßen von einer handlungstheoretischen  Orientierung ausgehend wird die aktuell sich manifestierende Ausprägung der „mediatisierten Konnektivität“ des Individuums als ein neues wirkmächtiges Dispositiv begriffen, dessen Dominanz sich nicht zuletzt aus den Verbindungen technologischer und ökonomischer Rationalitäten ergibt. Innerhalb des Dispositivs der permanenten Konnektivität sehen sich die mobilisierten Individuen etwa mit neuen Formen wie auch Möglichkeiten der Überwachung und der Ökonomisierung ihrer kommunikativen Handlungsformen konfrontiert, reflektieren diese Dynamiken im Alltag vermutlich aber nur zum Teil. Dieser Zugang ermöglicht – auf Basis der historischen Analyse der Entwicklungsbedingungen sowie einer theoretischen Auseinandersetzung mit den aktuell sich darstellenden Zuspitzungen – eine Fokussierung auf aktuell kritische Entwicklungen der Mediatisierung. Dazu gehören Phänomene einer sich intensivierenden Beschleunigung von Kommunikationsprozessen ebenso wie auch Transformationen auf räumlicher Ebene.

Aktuelle Aspekte der Dauervernetzung werden am Ende des Buchs sowohl für die Mikroebene des Individuums diskutiert wie auch deren Konsequenzen in Bezug auf die Makroebene der Gesellschaft reflektiert. Dort stellt sich etwa die Frage, ob durch eine zunehmende Vernetzungsdichte Prozesse der Fragmentierung in der Gesellschaft zunehmen, oder sich gerade aus Vernetzungsdynamiken neue Re-Integrationen ergeben. Auf der Ebene des Individuums zeichnen sich auf Basis einer zunehmenden Verschränkung von Technologie und Menschen neue Fragen medienanthropologischer Natur ab. Damit versucht die Publikation auch eine Reihe aktueller Forschungsfelder anzusprechen, die es für das Feld der digital vernetzten Alltagswirklichkeiten des Menschen – als Prozesse der Mediatisierung – zu untersuchen gilt.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thomas Steinmaurer

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